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Roman Schwaller, tenor sax
Isla Eckinger, bass
Jimmy Cobb, drums
Neue CD auf TCB Records "The
Montreux Label" - released March 2005
Veröffentlichung der CD "Schwaller- Eckinger-Cobb ...play
the Billie Holiday Songbook" auf
TCB Records "The Montreux Label"
(TCB 24602), März 2005


Roman Schwaller präsentiert sein
neues Triokonzept ohne Klavier: ein Trio der Weltklasse!
Ein Jazztrio ohne Harmonieinstrument ist für jeden Bläser eine
besondere Herausforderung, kann aber auch eine grosse
Befreiung bedeuten. Damit sich dies hier in besonderem Masse
verwirklichen lässt, hat sich Schwaller das Songbook von
Billie Holiday vorgenommen. Alle Stücke wurden speziell
arrangiert, bearbeitet und präsentieren sich nun in einem
kompletten Programm.
Seine kongenialen Partner in dieser wirklich spartanischen und
einzigartigen Besetzung sind der bedeutendste Schweizer
Bassist Isla Eckinger und die Jazzlegende Jimmy Cobb am
Schlagzeug (Miles Davis Quintet und Sextet 1958-63). Mit wem
diese beiden Giganten des modernen Jazz nicht gespielt haben,
wäre hier zu erwähnen – trotzdem zwei Querverweise? So schrieb
Isla Eckinger vor über 30 Jahren die Arrangements für ein
Billie Holiday Programm mit Miriam Klein, Dexter Gordon und
Roy Eldridge, und Jimmy Cobb spielte bereits in den frühen
fünfziger Jahren vor seiner Zeit mit Miles Davis mit der
grossen Sängerin!
Alle drei Protagonisten kennen sich seit Jahren und man darf
sich wohl nicht zuletzt auch deshalb zurecht auf einen
bedeutenden Jazzabend freuen!

...play the Billie Holiday Songbook - von Steff Rohrbach
„Ich stelle mir nicht vor zu singen. Ich
fühle mich, als ob ich ein Blasinstrument spielen würde. Ich
versuche zu improvisieren wie Lester Young, wie Louis Armstrong oder
irgend jemand sonst, den ich bewundere. Was dabei herauskommt, ist
das, was ich empfinde. Es passt mir nicht, ein Lied so zu singen,
wie es ist. Ich muss es auf meine Art abändern. Das ist alles, was
ich weiss.“ So beschrieb „Lady Day“ – die bedeutendste Sängerin der
Jazzgeschichte – ihr Geheimnis, mit dem sie „Schrott in Rosen“
verzauberte, kurzlebige banale Schlager in eine Kunst, die Billie
Holidays Tod 1959 bis heute überlebte und Generationen nach ihr
beschäftigt. Dabei genügten ihr oft wenige Töne, die vom Original
abwichen, Nuancen in Betonung, Phrasierung oder Timing, um aus
Eintagsfliegen Jazzklassiker zu schaffen.
«Mam und Dad waren noch Kinder, als sie heirateten. Er war achtzehn,
sie war sechzehn, und ich war drei,» zitiert der Ghostwriter in
ihrer „Autobiografie“ die 1915 geborene Billie Holiday, die als
kleines Mädchen in einem Bordell in Harlem Musik von Louis Armstrong
und Bessie Smith hörte. Mit zehn wurde sie vergewaltigt, mit
fünfzehn als Prostituierte verhaftet. Danach versuchte sie als
Tanzgirl anzuheuern – und wurde zum Singen engagiert. John Hammond
und Benny Goodman entdeckten sie und ermöglichten ihr auch erste
Schallplattenaufnahmen.
Als schwarze Sängerin war Billie Holiday in einer von Weissen
dominierten amerikanischen Gesellschaft und dazu noch im Zwielicht
von Nachtclubs und Unterhaltungsmilieu mit dem Rassismus direkt und
stark konfrontiert. Der Jazz spielte damals eine zentrale Rolle im
Kampf um die Gleichberechtigung der Rassen, und die täglichen
Diskriminierungen und Demütigungen beeinflussten vor allem Holidays
Texte. Weitere prägende Elemente der Kultfigur „Lady Day“ waren ihre
unglückseligen Männerbeziehungen, in denen sie ausgenützt und mies
behandelt wurde und das Rauschgift, das Stimme und Gesundheit
beeinträchtigte und sie ins Gefängnis brachte. Und eine
entscheidende Rolle spielte die Erfindung des Mikrofons. Andere
Sängerinnen waren Holiday stimmlich und technisch überlegen, das
Mikrofon „vergrösserte“ jedoch ihre Stimme und ermöglichte eine ganz
neue Dimension von Intimität, Ausdruck und Nuancierung, Stärken
ihres unvergleichlichen Gesangs.
Das Blasinstrument, das Holiday imaginär spielte, war, trotz der
Bedeutung Armstrongs, dessen berühmten Scatgesang sie allerdings nie
übernahm, nicht die Trompete, sondern das Tenorsaxofon, und der
Tenorist Lester Young wurde zusammen mit dem Pianisten Teddy Wilson
jahrelang ihr wichtigster musikalischer Partner und eine enge
Bezugsperson.
Einigermassen naheliegend also, dass sich Roman Schwaller als
Tenorist Holidays Songbook vornimmt. Er geht dabei sozusagen den
umgekehrten Weg von Archie Shepp und Mal Waldron, die als Duo vor
drei Jahren eine bemerkenswerte Holiday-CD ausschliesslich mit
Tenor-/Sopransaxofon und Piano veröffentlichten. Schwaller hingegen
verzichtet auf das Sicherheitsnetz eines Pianos und tritt mit zwei
ausgesprochenen Holiday-Kennern an: Jimmy Cobb am Schlagzeug und
Isla Eckinger am Bass. Cobb spielte in den frühen fünfziger Jahren,
noch vor seiner Zeit mit Miles Davis, selbst mit Holiday, später
auch mit Dinah Washington und Sarah Vaughan und allen Jazzgrössen
von John Coltrane, Stan Getz, Cannonball und Nat Adderley über Mongo
Santamaria, Hank Jones und Eddie Gomez bis zu Wayne Shorter, Hamiet
Bluiett und Roman Schwaller.
Eckinger seinerseits arrangierte bereits vor über dreissig Jahren
ein Holiday-Programm für ein Sextett mit der Sängerin Miriam Klein,
dem Trompeter Roy Eldridge, dem Posaunisten Slide Hampton und dem
Tenoristen Dexter Gordon. Seine Erfahrung ist immens und seine
Beliebtheit unter Musikern überaus gross. Er spielte mit Ben
Webster, mit dem Slide Hampton/Joe Haider Orchestra, besuchte 1975
mit Mal Waldron, Steve Lacy und Manfred Schoof Japan, arbeitete mit
George Gruntz, Benny Bailey, Art Farmer, Dizzy Gillespie, Lee Konitz
oder Eddie „Lockjaw“ Davis, um nur ein paar Namen zu nennen.
„Mit seinem ideensprühenden, spannungsgeladenen Spiel empfiehlt sich
der vitale Roman Schwaller als einer der wichtigsten
Tenorsaxofonisten seiner Generation in Mitteleuropa,“ lesen wir in
einem 2002 erschienenen Jazzlexikon über den Musiker, dessen Wohnort
zwischen München und Frauenfeld alterniert. Schwaller, Eckinger und
Cobb kennen und schätzen sich seit Jahren und bringen zweifellos
alle Voraussetzungen für einen spannenden Auftritt mit.

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Schwaller-Eckinger-Cobb anlässlich des generations 2004 -
Internationales Jazztreffen Frauenfeld


All photographs © by Ulrich Krämer

Jimmy Cobb im ICE
(First class!) - takin' a nap on tour!
Photo by Roman
Schwaller

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